Manche Ausflüge bleiben in Erinnerung, weil die Landschaft beeindruckt. Andere, weil die Musik unter die Haut geht. Und dann gibt es noch jene Reisen, bei denen einfach alles zusammenpasst: herzliche Gastgeber, neue Freundschaften, beste Stimmung, musikalische Höhepunkte und ein paar Geschichten, die man wohl noch lange erzählen wird. Unsere Reise nach Südtirol zur Musikkapelle Oberrasen von 24. bis 26. Juli 2026 gehörte eindeutig zur letzten Kategorie.
Ein herzlicher Empfang mit Überraschung
Nach den umfangreichen Vorbereitungen und Planungen war es endlich so weit: Die Trachtenmusikkapelle Judendorf-Straßengel machte sich auf den Weg nach Südtirol. Instrumente, Uniformen und die Vorfreude auf ein musikalisches Wochenende waren im Gepäck – und natürlich die berechtigte Hoffnung auf ein paar gesellige Stunden mit unseren Südtiroler Musikfreund:innen.
In Oberrasen angekommen, wurden wir von einer Abordnung der Oberrasner Musikkapelle mit prächtigen Blasmusikklängen empfangen. Doch damit nicht genug: Später wartete eine ganz besondere Überraschung auf uns. Eine Schuhplattlergruppe stattete uns am Schmalzlhof einen Besuch ab und führte einige ihrer Tänze vor. So bekamen wir gleich einen ersten Eindruck von der Südtiroler Brauchtumskultur – und das ganz ohne, dass wir dafür selbst die Tanzschuhe auspacken mussten. Zumindest vorerst.
Kaiserwetter am Kronplatz und Klarinettenklänge in luftiger Höhe
Am nächsten Tag zeigte sich Südtirol von seiner allerbesten Seite. Bei prächtigstem Kaiserwetter ging es per Gondel hinauf auf den Kronplatz, wo uns eine Kulisse erwartete, die schöner kaum hätte sein können. Strahlender Sonnenschein, herrliche Aussicht und beste Bedingungen für einen unvergesslichen Tag – was will man mehr?
Natürlich durfte auch die Musik nicht fehlen. Unsere Klarinettist:innen ließen ihre Instrumente erklingen und sorgten dafür, dass nicht nur die Berglandschaft, sondern auch die musikalische Stimmung an diesem Tag einem Höhepunkt entgegenstrebte.
Allerdings hatte die Sache einen kleinen Haken: Offenbar hatte der Vorabend bei einigen bereits mehr Kräfte gekostet als ursprünglich angenommen. Die Kombination aus Sonnenschein, gemütlicher Atmosphäre und wohlverdienter Entspannung führte dazu, dass sich so manche Musikerin und so mancher Musiker ein Nickerchen gönnte.
Dass die Sonne dabei unbarmherzig weiterschien, wurde erst später deutlich. Das Ergebnis: einige durchaus beachtliche Sonnenbrände, die vor allem bei den Wadeln später mit den Stutzen gut kaschiert wurden.
Ein Konzert, das sich hören lassen konnte
Der musikalische Höhepunkt unserer Reise ließ nicht lange auf sich warten: Unser Konzert stand auf dem Programm! Und was sollen wir sagen? Es war schlichtweg wunderbar gelungen.
Die Akustik war hervorragend, die Stimmung großartig und das Publikum begeistert. Genau für solche Momente stehen wir auf der Bühne: wenn die Musik trägt, der Funke überspringt und aus einzelnen Tönen ein gemeinsames Erlebnis wird. Unsere Musiker:innen unter Leitung unseres Kapellmeisters konnten zeigen, was in ihnen steckt, und die Zuhörer:innen dankten es mit viel Applaus und spürbarer Begeisterung.
Ein Konzert, das nicht nur musikalisch überzeugte, sondern auch einmal mehr zeigte, wie schön es ist, die eigene Leidenschaft mit anderen Menschen teilen zu können. Für uns war dieser Auftritt jedenfalls ein echtes Highlight – und ein würdiger Höhepunkt der intensiven Vorbereitungen.
Geburtstagsständchen, Sunnseit Brass und Tische in ungewohnter Verwendung
Nach dem Konzert war der Abend noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil: Nun begann jener Teil des Programms, bei dem die Geselligkeit endgültig das Kommando übernahm. Beim gemütlichen Beisammensein wurde geplaudert, gelacht und gemeinsam gefeiert. Ein besonderer Moment war das Geburtstagsständchen für eine unserer Querflötistinnen, das wir gemeinsam mit der Band Sunnseit Brass zum Besten gaben. Ein musikalischer Geburtstagsgruß, wie er schöner kaum sein könnte!
Doch damit war das Ende des Abends noch lange nicht erreicht. Die Stimmung wurde immer ausgelassener, die Gesellschaft immer geselliger – und irgendwann wurden auch die Tische bestiegen. Was andernorts vielleicht als ungewöhnliche Möblierungsnutzung gelten würde, gehört bei einem gelungenen Musikfest offenbar durchaus zum erweiterten Feierprogramm. So wurde getanzt, gesungen und gefeiert, bis die Morgenstunden bereits ungeduldig anklopften. Dass am nächsten Tag wieder ein Programm wartete, war zwar bekannt, wurde in diesem Moment aber nicht übermäßig in den Mittelpunkt gestellt. Schließlich muss man Prioritäten setzen.
Ein letzter musikalischer Einsatz, bevor es heimwärts ging
Irgendwann endet auch die schönste Musiknacht. Am nächsten Tag hieß es daher: zusammenpacken, Instrumente verstauen, den Bus wieder bis auf den letzten Winkel füllen und sich langsam auf die Heimreise vorbereiten.
Doch bevor wir Südtirol endgültig den Rücken kehrten, stand noch ein weiterer musikalischer Einsatz an: Beim traditionellen Umzug durch den Ort durften wir noch einmal mitspielen und das Wochenende auch auf diese Weise gebührend abschließen. Nach Konzert, Feier und einer entsprechend kurzen Nacht war das noch einmal eine schöne Gelegenheit, unsere Musik zu präsentieren und Teil des Festgeschehens zu sein. Anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Heimat. Einen Zwischenstopp ließen wir uns dabei selbstverständlich nicht nehmen: Beim Mocharitsch in Wolfsberg kehrten wir ein und ließen die Reise bei gutem Essen gemütlich ausklingen. Nach all den musikalischen und geselligen Erlebnissen war das genau der richtige Abschluss.
Schließlich kamen wir glücklich, erfüllt und mit vielen schönen Erinnerungen wieder zu Hause an. Vielleicht ein wenig müde, vielleicht mit gebräunter Haut und garantiert mit einigen Geschichten mehr im Gepäck. Vor allem aber mit dem guten Gefühl, dass wir diese Reise ganz sicher nicht zum letzten Mal gemacht haben.
Danke für Freundschaft, Gastfreundschaft und unvergessliche Momente!
Ein so gelungenes Wochenende ist niemals die Leistung einzelner. Deshalb möchten wir uns von Herzen bei all jenen bedanken, die diese Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. 
Unser herzlichster Dank gilt den wunderbaren Wirtsleuten vom Schmalzlhof, die uns so freundlich empfangen und aufgenommen haben. Wir haben uns bei euch ausgesprochen wohlgefühlt und die Gastfreundschaft sehr genossen.
Ein ebenso großes Dankeschön geht an die Musikkapelle Oberrasen für die Einladung und die herzliche Aufnahme in eure Gemeinschaft. Es ist etwas Besonderes, wenn aus musikalischen Begegnungen echte Freundschaften entstehen. Genau das durften wir bei diesem Wochenende erleben. Wir freuen uns sehr über die Verbindung, die zwischen unseren Kapellen gewachsen ist, und hoffen auf viele weitere gemeinsame Erlebnisse.
Ein besonderer Dank gilt außerdem David, eurem Mitglied und unserem ehemaligen Mitglied, der bei der Organisation und Vorbereitung so viel mitgeholfen hat!
Danke für die Einladung, die Begegnungen, die Musik und die vielen gemeinsamen Stunden. Wir nehmen nicht nur schöne Erinnerungen mit nach Hause, sondern auch die Gewissheit, dass aus solchen Begegnungen etwas bleibt.
Wir kommen wieder – versprochen!
Ein herzliches Dankeschön geht auch an unsere Sponsor:innen der Reise: ÖVP Gratwein-Straßengel, SPÖ Gratwein-Straßengel, die Grünen Gratwein-Straßengel sowie Bürgermeisterin Doris Dirnberger. Vielen Dank!
PS:
Wenn dann bei einem Blasmusikfest an einem Strand in Kroatien einige Monate später ganz zufällig Musiker von uns auf Musiker der MK Oberrasen treffen – dann gibt das natürlich ein großartiges Hallo und Wiedersehensfreude. Und Fragen nach dem fehlenden Schlagzeuger, der besonders in Erinnerung geblieben ist…


